Endergebnisse der DPG-Praxisstudie zur Wirksamkeit psychoanalytisch begründeter Psychotherapien.

Miriam Henkel, Cord Benecke & Matthias Volz

Samstag, 11. Mai

|

14.45

-

15.30

Uhr |

Saal III / Dorotheensaal / UG

Die DPG-Praxisstudie untersucht in Kooperation mit psychoanalytischen Institutsambulanzen die Wirksamkeit verschiedener psychoanalytisch begründeter Psychotherapien (analytische Psychotherapie und tiefenpsychologisch-fundierte Psychotherapie verschiedener Dauern und Settings) mit einem naturalistischen Studiendesign. Methode: Patient:innen wurden über die kooperierenden Ambulanzen und niedergelassene Therapeut:innen rekrutiert. Dabei wurden Patient:innen mit verschiedensten Störungsbildern und Komorbiditäten eingeschlossen. Die häufigsten Diagnosen waren affektive Störungen und Angststörungen. Circa 50 Prozent der Patient:innen wiesen zudem eine Persönlichkeitsstörung auf. Patient:innen wurden, unabhängig von der Dauer der Behandlung, für den Zeitraum von 6 Jahren jährlich befragt (u.a. zu Symptomen, interpersonellen Problemen, Lebenszufriedenheit, strukturellen Beeinträchtigungen); Therapeut:innen füllten ebenfalls jährlich während der laufenden Behandlungen Fragebogen zu Stundenanzahl, therapeutischer Technik und eingeschätzten Veränderungen der Symptomatik aus. Zur Betrachtung der Verläufe der Symptomatik wurden latent base growth curve models gerechnet, bei welchen fehlende Werte über Hilfsvariablen (auxiliary variables) kontrolliert wurden. Ergebnisse: Die Ergebnisse zeigen nachhaltige Verbesserungen der Symptomatik in allen untersuchten analytisch begründeten Verfahren. Kriterien für eine differenzielle Indikation zu unterschiedlichen Behandlungsformen (insbesondere Stundenzahl, Frequenz und Setting) sowie gesundheitsökonomische Aspekte werden geprüft. Diskussion: Die Wirksamkeit unterschiedlicher psychoanalytisch begründeter Therapieformen bei unterschiedlichen Störungsbildern wird differenziert betrachtet und diskutiert.