Mentalisieren und Persönlichkeitsfunktion als Prädiktor für den Therapieerfolg in der stationären Behandlung von Patient*innen mit Essstörungen (MEPFO-ED): Studiendesign und vorläufige Ergebnisse

Esther Stalujanis

Samstag, 11. Mai

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16.30

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16.55

Uhr |

Saal III / Dorotheensaal / UG

Hintergrund: Essstörungen gehen bei den Betroffenen mit schweren Beeinträchtigungen einher. Eine ambulante Psychotherapie gilt als Mittel der Wahl. Für schwere Essstörungen wird die Behandlung im stationären Setting empfohlen. Die Behandlung im stationären Rahmen hat sich als wirksam erwiesen. Es besteht jedoch eine erhebliche Anzahl an Fällen mit unvollständiger Remission. Es ist wichtig, Faktoren zu identifizieren, die mit der Schwere der Essstörungssymptomatik zusammenhängen und die den Behandlungserfolg vorhersagen. Mögliche Faktoren könnten Beeinträchtigungen der Persönlichkeitsfunktion gemäss dem Alternativen Modell für Persönlichkeitsstörungen gemäss DSM-5 (AMPD) sowie Beeinträchtigungen in der Fähigkeit des Mentalisierens sein. Es gibt bislang kaum Studien, die den Zusammenhang der beiden Faktoren mit der Schwere der Essstörungssymptomatik und dem Behandlungserfolg der stationären Therapie von Essstörungen untersuchen. In unserer Studie untersuchen wir den Zusammenhang zwischen Mentalisieren und Persönlichkeitsfunktion mit Essstörungssymptomen sowie Mentalisieren und Persönlichkeitsfunktion als Prädiktoren des Behandlungserfolgs.

Methode: In dieser Beobachtungsstudie sollen in einem Zentrum für Essstörungen in der Schweiz zu drei verschiedenen Zeitpunkten (Eintritt, Austritt, 6-Monats-Follow-Up) insgesamt 75 Patient:innen ab 18 Jahren mit der DSM-5 Diagnose einer Essstörung untersucht werden. Als primäre Zielvariable werden Essstörungssymptome mittels Fragebogen erfasst. Als unabhängige Variablen erfassen wir Mentalisieren und Persönlichkeitsfunktion mittels Fragebögen. In einer Substichprobe von 50 Patient:innen werden Mentalisieren, Persönlichkeitsfunktion und Essstörungssymptome mittels Interviews erfasst. Für die Berechnung des Zusammenhangs zwischen Mentalisieren und Persönlichkeitsfunktion mit Essstörungssymptomen bei Eintritt wenden wir Korrelationsanalysen an. Ob Mentalisieren und Persönlichkeitsfunktion den Behandlungserfolg vorhersagen, berechnen wir mittels Linear Mixed Models für Längsschnittdaten.

Diskussion: Im Tagungsbeitrag wird die Studie vorgestellt. Es werden vorläufige Ergebnisse aus dem Querschnitt präsentiert. Implikationen für die Berücksichtigung von Mentalisieren und Persönlichkeitsfunktion für die Personalisierung von evidenzbasierten Behandlungsansätzen für Essstörungen werden diskutiert.